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Kennt ihr das? Diese Vorfreude  an den bevorstehenden Urlaub. Sekunden nachdem wir die Flugtickets im Mail Postfach haben, fängt auch schon die Planung an. So zumindest bei mir.
Der Controllfreak, der ich nun mal bin, fange ich an Checklisten zu erstellen. Am besten aktiv geschrieben auf einem  Blatt Papier, damit ich diese dann befriedigt abhaken kann.
Bspw. eine Bekleidung, Wäsche- Checkliste, Kosmetik-Checkliste und natürlich Pinnwände auf Pinterest erstellen. Wie z.B. welche Cafés und Ecken der Stadt man unbedingt besuchen sollte.
Und dabei vergesse ich meistens das wesentliche. Die ganze Vorbereitung, die Einkäufe und die Planungen sind so erschöpfend, dass ich selbst nach dem Urlaub einen Erholungsurlaub gebrauchen könnte. Das ganze, was wirklich eine Menge Arbeit ist, nimmt irgendwie meist das Wohlbefinden weg. Das Positive entwickelt sich so langsam ins Negative. Und diese negativen Emotionen, belasten meist auch den bevorstehenden Urlaub. (Am I right? 😉 )

Auch wenn die Vorfreude vielleicht das spannendste am ganzen ist, wie erholsam ist es wirklich? Wir können bestimmt alle bestätigen, dass diese Pause vom realen Alltag, uns physisch und auch psychologisch bestärkt und auch unsere Lebensfreude steigert.
Aber manchmal kann diese Vorfreude, so schön sie auch sein mag, die Realität unterdrücken. Man erhofft sich jedes mal, dass diese Reise unvergesslich sein sollte.  Der perfekt durchstrukturierte Tag, welcher Wochen davor schon geplant wurde, wird selten so aussehen wie man es sich vorgestellt hat. Die ästethischen Bilder, die man aus dem Feed der Promi-Blogger im Gedächtnis gespeichert hat, wird meist durch das wahre Bild gedämpft. Plötzlich sehen wir doch nicht den türkisen Meeresspiegel und die Palmen um uns herum, sondern Plastikflaschen und Müll am Strand.

Wir können nicht beeinflussen, was wir erleben werden und sind dann nach einem misslungenen Tag schon so deprimiert und vergessen, dass wir doch eigentlich das alles genießen sollten.
Damit will ich sagen,dass es manchmal besser ist in den Tag rein zu leben und keine großen Pläne und Hoffnungen zu haben. Wann haben wir denn die Gelegenheit dazu, wenn nicht im Urlaub? Reicht es nicht schon aus, dass wir jeden Schritt auf unseren Terminkalendern einchecken und die Zeiten genauestens einteilen. Dazu sollte definitiv nicht unser Urlaub gehören. Das ist nämlich genau die Zeit, in der wir spontan sein und alles auf die leichte Schulter nehmen sollten.

Travel Stories

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Vor ein paar Jahren sind Helin und ich zum Ersten mal nach München gefahren. Wir hatten kein Plan, was uns dort erwartet und haben uns auch gar nicht überlegt, wo wir am besten hin sollten.  Wir sind ohne einen Stadtplan nach Lust und Laune, durch irgendwelche Straßen gewandert und es war einer der schönsten „Short Trips“ überhaupt.  Genau so wie unser Aufenthalt in Alacati in der Türkei.  Es war nichts geplant und alles spontan! Wir haben einfach den Tag  genossen und auch hier kann ich bestätigen, dass es so am entspanntesten war.
Zum Vergleich zur München-Reise vor ein paar Monaten: Wir haben uns soviel erhofft und soviel geplant, wo und was wir machen könnten und es war einfach nur der größte Flop überhaupt. Natürlich ist es nicht jedes Mal so. In gewissen Situationen brauchen wir auch Pläne. Aber ihr versteht, was ich damit sagen will, oder?

In der aktuellen Ausgabe der Flow habe ich einen interessanten Beitrag darüber gelesen, dass wir nicht unbedingt die schönen Dinge, die uns während unseres Urlaubs passieren mit anderen teilen. Meistens ist es so, dass wir über die Momente erzählen, die mal nicht so wie geplant waren abgelaufen  sind.
In meinem Fall kann ich von meinem letzten Sommerurlaub reden: Als ich am Strand von einem gigantischen Tausendfüssler gebissen wurde. Natürlich habe ich panisch geschrien, wie ein Baby geheult und landete am Ende im Krankenhaus. (Es war nur eine kleine Bisswunde 😀 ) Das hört sich doch gleich für jeden viel abenteurischer an als: „Wir saßen am Strand und haben uns den Sonnenuntergang angesehen“.
Okay, diese Story hätte ich lieber nicht erlebt. Aber jetzt kann ich stolz sagen: „Ich hab einen XXL Tausendfüssler-Biss überstanden und du so?“

Hier einiger meiner „erfolgreichen“ Tipps, wie Du das beste aus allem machst:

Let’s get it started!

  • Den Tag ohne einen Plan starten

Pläne, Pläne, Pläne wohin wir auch sehen. Weg damit! Gönnt Euch einen Tag und das heißt nicht schlafen bis zum nächsten Morgengrauen. Wie schon gesagt: Wann haben wir denn die Gelegenheit in einem anstrengenden Arbeitsjahr, einfach mal nicht nach Plan zu gehen und spontan den Tag zu gestalten? So lange in einem Restaurant zu verweilen, mit Freunden in tiefe Gespräche zu kommen und am liebsten 3 Flaschen Wein dabei zu trinken. Cheers!

  • Erinnerungen sammeln aber nicht verkrampft auf DAS Instagram Bild hoffen

Wie oft hören wir, dass wir lieber mal unsere Handys wegpacken und den Moment genießen sollten. Was in vielerlei Hinsicht natürlich richtig ist. Ich kann da aber nicht zu 100 % dahinter stehen. Ich fotografiere sehr, wirklich sehr gerne! Alles schöne was mir in diesem Moment auffällt, will ich für immer im Bild festhalten. Und das Fotografieren hilft mir sehr dabei. Ich scrolle gerne durch mein Foto-Feed, sehne mich an diese Momente und an die Menschen mit denen ich das geteilt habe zurück. Aber ich gehöre auch leider zu den Personen, die dann unbedingt das tollste Bild haben wollen und verkrampfe mich teils nervig, diesen einen bedeutenden Moment zu ruinieren 😀

  • Lasst Euch nicht von anderen Instagram Accounts beeinflussen

Novalanalove, Caro Daur, doYouTravel. Wir kennen sie alle. Während wir im Büro sitzen durch Instagram scrollen, die Bilder aus Ibiza, Santorini, New York sehen und uns jedes mal die Frage stellen: „Was mache ich hier eigentlich?“. Ich denke wir alle hatten schonmal diese Phase, in der wir alles stehen und liegen lassen wollen 😀 Was wir dabei vergessen ist, dass diese Leute professionelle „Influencer“ sind und das alles mittlerweile Berufe repräsentiert. Hinter den Kameras wird es also auch, wie bei allen anderen, nicht immer so aussehen.

  • Tipps von Einheimischen annehmen

Wie wäre es einmal nicht auf Google-Maps die Route zum Ziel Ort zu verfolgen, sondern einfach Mal auf eigene Faust den Weg zu finden. (Wie es auch unsere „Vorfahren“ gemacht haben xD.)
Spricht die Einheimischen an. Die meisten freuen sich zu helfen und wenn man Glück hat, haben sie die besten Insider-Tipps. Beispielsweise wo man eventuell am besten Essen, dadurch den berühmten Touri-Drang und dessen Preise entkommen kann.
(Natürlich nicht, wenn Ihr irgendwo in der Wüste gelandet seid. Dann am besten niemanden ansprechen, den schnellsten Weg rausfinden und dort verschwinden.)

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  • Einmal einfach in einem Café sitzen und das Treiben hinter der Sonnenbrille beobachten

Habt immer ein spannendes Buch oder ein Magazin in der Tasche dabei. Setzt Euch in ein Café und während Ihr gemütlich an Eurem Espresso nippt und liest, beobachtet die Menschen um Euch herum. Ich stell mir dann am liebsten vor, wie es wohl wäre, wenn ich in dieser Stadt leben würde. „I’m a dreamer. “ 🙂 Für mich ist es die perfekte Gelegenheit abzuschalten und den Augenblick zu genießen.

 

 

 

  • Ein Tag ohne deine Reise Begleitung verbringen

Vielleicht nicht den ganzen Tag. Ich nehme mir aber gerne mal eine Auszeit von meinen Mitmenschen :D.
Schnappt Euch eine Kamera, wandert durch die Gassen oder setzt Euch an den Strand und genießt den Moment. Das ist zumindest meine Art der Meditation. Für alles andere bin ich zu ungeduldig und zappelig.
Falls Du auch zu der Sorte Mensch gehörst, dann probier das aus :).

Fazit

Ich denke wir sollten einfach akzeptieren, dass ein Urlaub nicht wie ein rosa roter Instagram Feed ausschauen kann. Wie es in einer perfekt geplanten Hochzeit schief laufen kann, so auch während unserer „Traumreise“.
Urlaub ist, was du daraus machst. Man muss auch nicht unbedingt irgendwo am Strand liegen oder durch die Straßen von Kuba wandern. Egal wo Du dich befindest, es sollte um Dein Wohlbefinden gehen und die Erinnerungen die Dir danach bleiben. Ob positiv oder negativ.
In diesem Sinne muss ich jetzt mal ganz abstoßend sein und „You Only Live Once“ sagen 😀
Ich hoffe ihr habt alle einen wundervollen Sommer, egal wo ihr seid: Genießt das schöne Leben. 🙂

XoXo Berna