Das ich diese Zeilen mal schreiben werde, hätte ich selber nie gedacht! Aber in letzter Zeit merke ich, wie sich meine Grundhaltung zu Serien verändert hat.
Rückblick: Serien sind mein Leben gewesen! Ich habe nicht alles angeschaut aber wirklich fast alles. Doch seit einiger Zeit macht mir das ganze nicht mehr so wirklich Spaß. Ist das nur eine Phase? Bin ich gerade krank? Verändern sich gerade meine Prioritäten? Keine Ahnung. Aber jetzt, wo ich in letzter Zeit Abstand von Serien hatte oder mit anderen Worten eine kleine Beziehungspause zu Netflix hatte, habe ich mir ein wenig Gedanken zu dem Serien-Hype gemacht. Und mir sind ein paar Punkte klar geworden, wieso ich nicht mehr ein Serien-Groupie bin.

5 Gründe, um mit Binge-Watching aufzuhören

  1. Zu viele Serien zu wenig Zeit

    Es existieren einfach zu viele Serien und auch leider zu viele gute Serien! Okay, klar eine gute Serie, ist Geschmacksache, aber wenn wir mal ganz genau hinschauen sind die meisten Serien schon sehr massentauglich, das heißt von Wikingern bis hin zu Zombies. All die Serien kann jeder doch irgendwie anschauen. Und da kommen wir auch gleich zu einem meiner größten Probleme. Ich kann von mir aus behaupten, dass ich wirklich sehr viele Serien geschaut habe, aber natürlich nicht alle, und mir fällt immer wieder ein das ich, wenn ich auf die Frage verneine, ob ich die oder die Serie angeschaut habe, schon fast entschuldigend antworte. „Nee, leider noch nicht aber mach ich noch“,  häääää was ist los mit mir. Der Tag hat 24 Stunden, das Jahr hat 365 Tage und was weiß ich wie viele Sekunden und Minuten haha.  Ist doch klar, dass ich nicht alles angeschaut habe und wieso entschuldige ich mich dabei? Der Druck jede Serie, jede Staffel und die aktuelle Folge geschaut zu haben, nervt mich. Ist man gesellschaftlich überhaupt noch anerkannt, wenn man nicht Game of Thrones geschaut hat?

  2. Serien ziehen sich wie Kaugummis

    Ungelogen mir ist letztens aufgefallen, dass ich Pretty Little Liars seit fucking 5 Jahren anschaue! Okay dazwischen gab es große Pausen sei es, weil die Serie gerade nicht läuft, oder ich in den letzten Jahren selber keine Lust hatte. Aber „Haaallooo!“ seit 5 Jahren war ich auf der Suche nach „A“ und mal ehrlich wie enttäuschend, ohne Spoilern zu wollen, war eigentlich das Ende? Manche Serien sind wie Beziehungen die man nicht beenden kann. Man weiß, das die Serie auch gute Tage hat, aber im Endeffekt ist die Luft schon längst raus und man sollte endlich den Mut haben einen Cut zu ziehen, aber man will auch Loyal wirken und zieht die Serie bis zur letzten Folge durch. Habe ich gerade ernsthaft Loyalität und Serien in einem Satz verwendet? Help me, I need a doctor! haha.

  3. Mehrere Serien gleichzeitig.

    Okay, okay hier lass ich mal den Vergleich mit einer Beziehung raus haha. Aber um all diese Serien zu schauen und mitreden zu können, muss man doch mehrere gleichzeitig schauen? Das hat auch den Vorteil nach ein paar nervigen Folgen Mal in eine andere Serie einzutauchen und sich mit anderen Charakteren anzufreunden. Aber seit es Binge Watching gibt, merke ich einfach, wie das geschaute wie ein Nudelsieb aus meinen Gedanken geht. An einzelne Details erinnere ich mich kaum noch und kann nur grob die Handlungen widerlegen, weil ich in kürzester Zeit komplette Staffeln suchte. Was mir früher sehr gefallen hat! Aber jetzt merke ich einfach, das ich dadurch kaum noch weiß was vor drei Folgen eigentlich passiert ist.

  4. Spoiler-Alarm und die Sache mit der ZEIT

    Während ich im Urlaub war, sind so einige Serienstaffeln gestartet und ich hatte natürlich nicht die Möglichkeit alles anzuschauen. Mich hat es in den Fingern gejuckt und ich wollte jegliche Social Media Aktivitäten vermeiden um nicht irgendwo „gespoilert“ zu werden. Anfangs dachte ich so, „Hey, cool! Wenn ich wieder zurückkomme, kann ich die und die Serie wieder anfangen zu schauen.“ Kaum in Deutschland wieder angekommen, war ich erschlagen vom Angebot und wusste nicht, wo ich anfangen soll. Auch sonst muss ich ja nebenbei noch mein Real Life handeln.

  5. Ich schaue keine Filme mehr an

    Und das habe ich erst gemerkt, als ich wieder mit Filme schauen angefangen habe, weil ich jetzt seit einigen Wochen mich von Serien fern halte. Wie cool sind bitte Filme! Du kannst dich zwei Stunden konzentrieren und hast nach zwei Stunden alles durchlebt mit dem Charakter. Und danach, wenn es keine Trilogie oder sonst was ist, kannst du mit dem Film abschließen und nicht, wie oben genannt, noch weitere 5 Jahren in deinem Leben mittragen.

Und aus diesem Grund wollen wir schnell ein Paar unserer Film-Klassiker vorstellen. Keine Geheimtipps aber Filme die Berna und mich immer wieder abholen:

  • 500 Days of Summer
  • Harry Potter (natürlich alle Teile, duh?)
  • Little Miss Sunshine
  • Kill Bill
  • Pulp Fiction
  • Frühstück bei Tiffany
  • Deads Poets Society
  • Der große Gatsby
  • Frida
  • Die fabelhafte Welt der Amelie
  • Ziemlich beste Freunde
  • Der König der Löwen
  • Herr der Ringe
  • The Dark Knight

Wie du siehst, bin ich leicht genervt. Das Serien Zeitdiebe sind, war mir ja schon immer bewusst irgendwie und ich habe gerne diese Zeit in Charaktere, Handlungen und Netflix reingesteckt. Doch im Moment bin ich einfach übersättigt. Ich habe nicht mehr den Spaß daran, wie vor ein paar Jahren. Ich merke einfach den gesellschaftlichen Druck gewisse Serien geschaut zu haben und ehrlich gesagt, haben wir genug andere Baustellen wo gesellschaftlicher Druck herrscht. Bitte nicht auch noch hier. Natürlich werde ich immer noch Serien schauen und suchten und die ein oder andere Staffel an einem Tag fertigbringen. Aber ich will meinen Fokus wieder mehr auf Filme setzen.

Bin ich die einzige die gerade in dieser Phase steckt? Oder gehts dir genauso? In unserem Podcast haben wir auch mal über Serien geredet, man hört noch wie verliebt ich war :D.