© Oh Zone All rights reserved

Offline sein (Digital Detox) – mittlerweile ist es ja schon zu einem Megatrend geworden. Wie vegan leben (No offense)! Ich will eigentlich gar nicht den 100. Beitrag darüber schreiben, dass wir alle süchtig nach unseren Smartphones sind. Ich glaube, dessen sind wir uns alle sehr bewusst. Denn die Digitalisierung hat uns schon längst eingeholt und sie betrifft all unsere Lebensbereiche. Und ja man könnte schon fast sagen, dass es eine Revolution ist. Es ist schon sehr krass, was sich in den letzten Jahren so entwickelt hat. Was vor  ca. 5 Jahren noch unbekanntes Territorium war, ist jetzt selbstverständlich. Und ich liebe es! Ich liebe es, was für Möglichkeiten wir mittlerweile haben. Alles ist viel einfacher geworden. Aber je einfacher alles wird, desto häufiger assoziiert man das digitale Zeitalter mit negativen Stichpunkten. Ist auch kein Phänomen mehr oder? Aber darum geht es heute ausnahmsweise mal nicht :D.

Ganz ehrlich, was ist eigentlich dabei, dass ich lieber durch Twitter scrolle anstatt mir den hässlichen Hauptbahnhof anzuschauen?
Ich würde ja liebend gerne, in der Bahn mehr Bücher lesen, aber mal ehrlich, wird Euch davon nicht schlecht? Es ist immer so hektisch, alle wollen sich reinquetschen und es müffelt! Bei mir funktioniert das nicht. Deshalb höre ich lieber Musik, um den Lärm ein wenig einzudämmen und bete innerlich bald am Ziel anzukommen.

Kommen wir aber nun zum Negativen: Ich bin überfordert. Ja, total überfordert! Ich habe das Gefühl ich habe keine Zeit mehr, all das was mir das World Wide Web zu bieten hat auszunutzen.
Netflix, Youtube, Spotify und Co. Und dann noch versuchen den Alltag zu überwältigen. Soll ich lieber ein Kapitel von meinem Buch lesen? Oder lieber doch einen Tee mit meiner Mama trinken? Aber die Netflix-Folge will ich ja auch unbedingt zu Ende anschauen? – und Schwups ist der Tag auch schon vorbei. Und für mich ist es ein absoluter Albtraum, den Tag nicht ausgenutzt zu haben. Wieso lassen wir oder besser gesagt ich mich so sehr hetzen?
Ich habe das Gefühl die Zeit rast einfach so an mir vorbei und ich bewege mich kein bisschen weiter. – Danke Netflix xD.
Es läuft alles parallel ab. Man kann sich gar nicht mehr an einem Medium oder an einem Moment festlegen. Alles ist gleichzeitig und alles geschieht in einem Augenblick.

Wo ich ganz besonders merke, dass ich das Smartphone nicht loswerden kann, ist die Arbeit. Meine Hand wandert automatisch zum Handy und ich mach ja eigentlich nichts Besonderes. Auch, wenn es  sich um Sekunden handelt. Ich bin echt genervt von meiner Art und doch kann ich es nicht ganz so ändern. Ich habe es schon geschafft an einigen Tagen mein Handy einfach in der Tasche zu lassen. Zu Meetings etc. wird es auch nicht mit rein genommen. Ich habe danach einfach ein besseres Gefühl. Und natürlich ist man automatisch produktiver und nicht abgelenkt, das ist ja auch kein Geheimnis mehr.

Als ich letztens in meinem Lieblings-Magazin, und zwar der Flow, das Offline-Heftchen entdeckt habe, dachte ich mir, ich wage das Experiment.
Und naja, beruflich geht es allerdings nicht. Es sei denn, ich bin im Urlaub und das ist nicht Sinn der Sache. Ich habe versucht meinen Alltag in diesen 7 Tagen bewusster anzugehen. Für mich war es wichtig eine Balance zu finden. Denn darauf zu verzichten ist keine Option. Aber die ganze Zeit Online zu investieren ist nicht gerade gesund. Ich wollte unbedingt meine alten Gewohnheiten loswerden. Was hätte ich stattdessen tun können? Das alles habe ich mir die Tage in das kleine Heftchen reingeschrieben.

Tag 1:

„Aus den Augen, aus dem Sinn“

Ich war motiviert. Sehr motiviert! Nachdem ich aufgestanden bin, habe ich ganz brav das Handy in die Tasche getan. Und wie bekanntlich, so leicht findet man da nichts so schnell. Was ich stattdessen getan habe?
Während der Fahrt, zur Arbeit habe ich endlich das Buch zu Ende gelesen, dass ich seit Wochen versucht habe zu ignorieren. Durch den Blog und  den Social-Media-Aktivitäten, sah mein Morgen ungefähr 20 min lang so aus: Bild zum Teilen finden, passenden Text und Hashtags aussuchen. Und das hab ich versucht die ganze Woche zu vermeiden, weil es mich einfach selber tierisch genervt hat. Liebend gern würde ich lieber eine Zeitung lesen, doch einfacher ist es Online die neuesten Schlagzeilen durchzugehen und das Weltgeschehen zu beobachten. Auch, wenn es wie immer nicht erfreulich ist. Nach dem Mittagessen wurde es schwieriger durch die ganze Korrespondenz mit Freunde und Familie. Schließlich kann ich niemanden bitten ein Brief zu schreiben 😀 (Oder vielleicht doch?)

Erst hatte ich Angst, dass es am Abend schlimmer wird und ich bestimmt nicht von Youtube und Co. wegkomme. Doch ich habe den Abend ausgenutzt, um gemütlich Tee beim Nachbarn zu trinken und eine nette Unterhaltung zu führen. Doch vor dem Schlafen gehen konnte ich es mir nicht verkneifen, eine weitere Folge meiner On-Off-Beziehungs-Serie „Gossip Girl“ anzuschauen. Und ich finde, dass hab ich mir verdient. 😀

© Oh Zone All rights reserved

Tag 2:

„Wenn ich einen Tag mal nicht Online bin, merke ich den Unterschied: Ich sehe die Welt mit anderen Augen. „

Das Problem bei mir ist, dass ich unbewusst zum Handy greife. Wirklich instinktiv. Am besten es ist nicht in meiner Sichtweise, denn dann schaffe ich es tatsächlich zu vergessen. Heute war es schon viel besser! Beim Abendspaziergang habe ich bewusst, das Handy daheim gelassen und irgendwie habe ich mich verloren gefühlt. Ohne Musik, ohne Kontakt. „Frische Luft schnappen und die Gedanken zu ordnen, würde mit einer Spotify.Playlist besser klappen.“ – habe ich gedacht. Ich kann nicht sagen, dass ich es wirklich genießen konnte. Ich wünschte, es wäre so. Trotzdem habe ich mich drangehalten und noch einen neuen Roman angefangen. Denn ich habe noch so viele ungelesene Bücher zu Hause und kaufe mir keine neuen, bis ich diese zu Ende gelesen habe. Vor dem Schlafen gehen habe ich noch die neuesten Videos auf meinem Lieblingskanal angeschaut, StyleLikeU, da es für mich persönlich eine verdammt große Inspiration ist. Und darauf wollte ich nicht verzichten. Zum Einschlafen habe ich mir auch trotzdem noch ein Hörbuch von Stephen King gegönnt. Und es war so viel besser, weil ich wusste, ich sollte das eigentlich machen. 😀 (#rebelRebel)

Tag 3:

„Versuche, etwas ohne dein Smartphone zu unternehmen“

Der Tag verlief eigentlich wie die letzten 2 Tage. Ich konnte wieder nie so ganz das Smartphone aus meinem Alltag streichen. Es war beruflich nicht möglich und auch organisatorisch und privat nicht. Am Abend habe ich es dann doch geschafft es daheim zu lassen, um zur Pilates-Stunde zu gehen. Und es war ein unbehagliches Gefühl! Aber kein Weltuntergang. Ich bin mir aber dennoch nicht sicher, ob ich das gerne nochmal tun würde.

Tag 7 + Review

„Zwar können wir uns nicht von Technik befreien, doch wir sind durchaus in der Lage, Grenzen zu setzen, auch uns selbst.“

Kommen wir zum Ende meines Experimentes, denn in den letzten Tagen, ist nichts Außergewöhnliches passiert. Ich habe stets versucht das Handy aus dem Alltag auszugrenzen. So gut wie es ging. Fazit: Ich persönlich als Online-Junkie kann sagen, wenn ich es schaffe, dann schaffen es alle :D.
Das Experiment hat auch nicht begonnen, komplett während dieser Zeit darauf zu verzichten. Sondern es ging eher um Low-Smartphone, wie ich es jetzt so schön nenne.

Denn wie gesagt, ich liebe es weiterhin Online zu sein, alles auszukosten, neues zu lernen, neue Sachen zu entdecken. Aber es ist mir wichtig auch das Leben außerhalb richtig zu genießen und zu entdecken. Ich hoffe, ich kann es so beibehalten und das positive von beiden Welten verbinden.

Wie empfindet ihr das ganze? Seit ihr auch total fixiert auf euer Smartphone und könntet lieber den ganzen Tag netflixen anstatt unter Menschen zu gehen? Fällt es euch schwer? Ich freue mich wie immer auf ein Austausch und Reaktion. Weitere Gedanken über die Digitalisierung unserer Zeit von Helin findest du hier.

3 Kommentare

  1. Ich denke es kommt ganz auf die Persönlichkeit an.
    Den sozialen Kontakt online wie z.B. Whatsapp oder Facebook brauche ich tagsüber nicht. Bei dringenden Fällen können mich die Leute telefonisch erreichen. Es reicht mir abends kurz vorm Schlafengehen Nachrichten und Emails durchzuchecken.
    ABER in einer Sache kann ich nicht auf das World Wide Web verzichten. Informationen. Nahrung für das Gehirn. Ich habe gemerkt, dass ich das Verlangen habe, mich ständig über neue Themen zu informieren. Und das über alles mögliche. Es gibt kein spezifisches Themengebiet. Manchmal fangt es bei erneuerbaren Energien oder der neuesten Akku-Revolution von Samsung an, geht über zu geschichtlichen Ereignissen im Zeitalter der Industrialisierung, dann lese ich plötzlich was über das mysteriöse Verschwinden von Kinder in den USA in den 80er und den angeblichen Versuchen der Regierung an den Kindern und zum Abschluss informiere ich mich über die Ursachen der DIS-Krankheit.
    Es ist einfach faszinierend wie grenzenlos das Internet ist. Aus diesem Grund möchte ich nicht ganz auf das Internet verzichten, aber ich wäre beunruhigt wenn ich das Verlangen nicht kontrollieren könnte.
    Es gibt oft Tage an denen ich mein Handy zu Hause oder im Auto lasse. Meine Lieblingsbeschäftigung ist es dann, meine Gedanken zu sortieren und zu strukturieren, zu schauen ob ein roter Faden in meinem Leben zu erkennen ist oder ob ich einfach so vor mich hinlebe, außerdem notiere ich wichtige Sachen immer noch auf Zettel und hänge sie auf meine reale Pinnwand. Das Gefühl diese Blätter abzureißen, nachdem ich die Aufgabe erledigt habe ist unbeschreiblich schön 😀
    All in all – Die digitale Revolution bringt große Erleichterungen mit sich. Aber das Wichtigste ist es, dass uns das Leben erleichtern soll und nicht vom eigentlichen Leben ablenken darf.

    1. Ich bin mir nicht sicher ob das die Persönlichkeit ausmacht. 🙂 Aber ich brauche definitiv den Kontakt über Whatsapp, und ich finde es total in Ordnung. Nicht den ganzen Tag aber wirklich oft. Was ich aber gemerkt habe ist, dass ich Social Media nicht brauche. Zwar mache ich es für den Blog, um potenzielle neue Leser zu gewinnen aber privat nutze ich es kaum noch. Es nervt mich einfach nur noch, selbst wenn es für den Blog ist 😀 (Aber leider nicht unvermeidbar.) So langsam funktioniert dass aber für mich ohne viel Zeit dafür investieren zu müssen. Und die Woche hat mir dabei sehr geholfen 🙂

      Aber du hast vollkommen Recht! Aus diesem Grund könnte ich auch nicht komplett darauf verzichten. Am liebsten würde ich mein ganzen Tag damit verbringen über bestimmte Themen stundenlang zu recherchieren. Wie du es aber auch schon perfekt formuliert hast, es sollte nicht vom eigentlichen Leben ablenken. 🙂

      Vielen Dank für deinen Kommentar!

      Liebe Grüße
      Berna

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

© 2018 Oh Zone – Lifestyle Blog All Rights Reserved.