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Bin ich ein Workaholic? Einfach mal nichts tun? Kommt sehr selten vor. Selbst wenn ich Urlaub habe, arbeite ich. Ich finde immer eine andere Gelegenheit zu arbeiten und Geld zu verdienen. Weil es sich gut anfühlt. Hab ich zumindest so lange gedacht, bis ich einfach nicht mehr konnte. Ich habe stets versucht, produktiv zu sein. Denn je produktiver ich war, desto besser schien es, dass alles gut läuft. Eine 40-Stunden- Woche. Einen Nebenjob jeden Samstag. Seit mehr als 2 Jahren kein richtiges Wochenende. Sonntags faulenzen? Nein, ich kann ja noch einen dritten Job an Land ziehen und mich noch weiterentwickeln. Dementsprechend hab ich versucht, neben meinem Haupt- und Nebenjob noch verschiedene Projekte zu meistern.
Eine Zeit lang ging das Ganze gut. Ich war selbstständig, konnte mir vieles Leisten und musste mir keine Gedanken um meine Finanzen machen. Ich konnte meine Familie entlasten und auf eigenen Beinen stehen.

Schalt mal einen Gang zurück!

Obwohl es keine körperlich schwere Arbeit war, hat mich diese Dauerbelastung mit der Zeit “zerstört”. Ich habe gemerkt , wie ich permanent angespannt war. Jeden Tag übermüdet und ausgelaugt. Ich konnte meinen Hobbys nicht mehr nachgehen. Wie zum Beispiel Gitarre spielen und singen.
Musik war die Welt für mich, ein Teil von mir. Mit der Zeit ist das verschwunden. Meine Gitarre schaut mich an und ich schaue zurück. Das geht jetzt schon seit 3 Jahren so. Es fällt mir so schwer wieder damit anzufangen. Und so erging es mir auch mit meinem Freundeskreis. 
Freunde wurden zu Fremden. Das klingt jetzt irgendwie dramatisch aber so war es.
Ich hatte keine Zeit mehr mich mit irgendjemandem zu treffen. Und um ehrlich zu sein auch keine Lust. Ich war von der vielen Arbeit so erschöpft und wollte lieber Kraft tanken, für die nächsten Angelegenheiten die anstehen. Im Nachhinein kommt es mir richtig blöd vor. Da man gerade beim Ausgehen auf andere Gedanken kommt und nicht an die Arbeit denkt und gerade dabei Kraft tankt.

Ich befinde mich in einer Phase wo es kaum noch möglich ist, ohne ein schlechtes Gewissen zu entspannen.
Und genau da liegt der Punkt. Man sollte sich immer die Zeit nehmen, die wichtigen und auch die unwichtigen Dinge im Leben zu genießen. So einfach das auch klingen mag, ist das wahrscheinlich einer der schwierigsten Dinge, die man für sich umsetzen sollte. Die Zeit ist das einzige was wir uns nicht kaufen können  und auch nie wieder zurückbekommen. Vielleicht sollte man sich dessen besser bewusst werden. Je mehr ich darüber nachdenke, desto klarer wird es mir. Ich werde in einem Monat 24 Jahre alt und hab sozusagen mein halbes Leben vergeudet, indem ich mir vorgemacht habe, ich müsste ständig arbeiten.

 Nachdem wir unsere Pflichten als “Erwachsene” erfüllt haben, müssen wir lernen die Arbeit auf der Arbeit zu lassen und abzuschalten, aber richtig. Sei es nur um gemütlich mit paar Freunden ein Kaffee zu trinken, für sich selbst die Zeit zu nehmen, einen gemütlichen Abend mit der Familie zu verbringen oder einfach mal die Reise nach Italien zu buchen.

Ich habe meine Prioritäten falsch gesetzt. Das hab ich erst seit ein paar Monaten realisiert. “Das geht so nicht mehr weiter”.  Ich merke wie alle frische aus meinem Gesicht entgleitet ist. Ich sehe älter aus, ausgelaugt und übermüdet. Man sieht es mir förmlich an.
Ich befand mich in einem Dauerzustand der Krankheit. Mein Immunsystem war so sehr geschwächt, dass ich bei jeder Kleinigkeit  zusammengefallen bin. Das hatte auch eine erhebliche Auswirkung auf meine Arbeit. An den meisten Tagen habe ich es nicht hinbekommen meine Arbeit vollständig und vor allem gut fertig zu machen. 

Take time to do what makes your soul happy

Es stellte sich die Frage. “Ist es das Wert?” Und ich kann sagen Nein, ist es nicht. Nichts ist wichtiger als die Gesundheit. Wenn ich das sage, fühle ich mich wie eine 60-Jährige. Aber es stimmt!
Es wird mir erst jetzt so richtig bewusst, dass es nicht fleißig und cool ist, sich krank zur Arbeit zu schleppen. Und was hat es eigentlich mit Fleiß zu tun, wenn man seine Arbeit nicht gut macht und auch noch eine Last für andere ist? Im Nachhinein merke ich, wie dumm das all die Jahre war.

Ich weiß, wie das gerade rüberkommt. Du bist so „überarbeitet“ und machst noch einen eigenen Blog und versuchst Content zu publizieren? Ist das nicht genauso viel Arbeit? Die Antwort ist ganz einfach. Nein, ist es nicht. Ich bleibe bei meiner Philosophie: „Oh Zone ist die perfekte Gelegenheit, sich auf die schönen Dinge im Alltag zu fokussieren.“  Natürlich nimmt Oh Zone noch mehr Zeit in Anspruch aber so frei war ich um ehrlich zu sein noch nie. Es macht mir soviel Spaß und ich vergesse, dass es eine Menge Arbeit ist. Und glaubt mir es ist wirklich eine Menge Arbeit :D. Selbst die Planungs- und Erstellungsphase im Sommer war eine befreiende und tolle Erfahrung für uns alle. Egal wie anstrengend alles ist oder sein wird, es ist und bleibt ein geiles Gefühl sein eigenes Ding zu machen. Eine eigene Plattform zu besitzen und seine Kreativität, die oftmals im Alltag fehlt, auszuleben.

Ich bin froh das ich Oh Zone habe und auch noch eine so tolle „Geschäftspartnerin“ wie Helin. Es ist unglaublich wichtig eine Person zu haben, mit der man auf derselben Wellenlänge ist und selbst bei schwierigen und nervenaufreibenden Angelegenheiten, herumalbern und trotzdem dabei professionell bleiben kann.

Mein Ziel ist es mich so viel wie möglich in nächster Zeit zu schonen und einfach mal alles zu genießen. Damit meine ich auch beim Ausgehen etc. mich nur auf den Augenblick einzulassen. Kein ständiges knipsen mit dem Handy. Raus in die Natur gehen und alle elektronischen Geräte schön zu Hause lassen. Endlich mal wieder Sport in den Alltag zurückbringen. Die Saiten der Gitarre austauschen und wieder Musik machen. Viel mehr Lesen und ins Kino gehen. Es gibt noch so viele Bücher zu lesen und so tolle Filme zu sehen und selbstverständlich so viele Länder zu bewundern. Die Zeit mit den liebsten zu verbringen. Man muss nur seine Prioritäten richtig setzen. Und das mache ich jetzt. 🙂

Warst du auch mal in so einer Phase wie ich? Oder bist du das immer noch? Schreib mir in die Kommentare, vielleicht können wir uns gegenseitig unterstützen! 🙂

9 Kommentare

  1. OH Berna,

    während ich es gelesen habe, konnte ich mir dein „Hetzen durchs Leben“ sehr gut vorstellen! Ich finde es toll, daß du die Signale, die dein Körper dir gesendet hat wahr genommen
    hast
    Ich glaube einige von uns machen solche Phasen durch. Ich frage mich immer:

    – Warum? Ist das Stärke oder Schwäche? Ist es, weil man Ehrgeizig ist? Ist es Charakter? Wird man so oder ist man so geboren?
    Hast du es für dich rausgefunden?

    Liebe Grüße

    1. Hi Binnaz,

      es hat lange gedauert bis ich die Signale wahrgenommen habe.
      Das ist eine schwierige Frage. Ich denke es ist von allem etwas, aber ich bin mir nicht sicher ob das wirklich Ehrgeiz war. Es war eher eine Art Routine ne Zeit lang. 🙂

      Liebe Grüße :*

  2. Ich verstehe ganz genau was du meinst, ich arbeite seit 2 Jahren auch wie eine verrückte und mache nebenbei noch meinem master und habe den blog, der mittlerweile zum vollzeitjob geworden ist… im dezember hatte ich dann den zusammenbruch, seitdem bin ich nur noch krank und ich muss auch mal einen gang zurückschalten. aber auf den blog könnte ich niemals verzichten. das ist mein baby, meine eigene stimme, ich glaub ohne den blog würds mir noch schlechter gehen… ich lebe für mein baby <3 Liebe lasse ich mir mit dem Master noch länger Zeit, braucht eh keiner mehr heutzutage 😛

    Ich wünsche dir ganz gute Besserung, und Glückwunsch, dass du nun erkannt hast, was wirklich zählt im Leben

    1. Liebe Marcia,

      ich finde es bewundernswert, wie du das ganze mit deinem Studium unter einen Hut bekommst.
      Aber einen Gang zurückschalten sollte jeder, der so einen stressigen Alltag hat. 🙂

      Du hast vollkommen recht mit dem Blog. Selbst in so einer kurzen Zeit mit unserem Blog, kann und will ich nicht darauf verzichten! 🙂 Danke dir!

  3. Da habe ich mich kurz in meine Phase zurückversetzt gefühlt, als ich auch mal drei Jobs hatte, und sudierte. Meine Freunde, Familie und Hobbys haben langfristig darunter gelitten. Ganz besonders aber auch mein Studium. Deshalb freut es mich um so mehr, dass du erkannt hast, das niemanden und am wenigsten dir damit geholfen ist zwanghaft produktiv zu sein. Schön zu wissen, dass du in Zukunft deine Prioritäten bewusster setzten willst. Viel Erfolg! 🙂

    1. Liebe Delal, drei Jobs + Studium? Da warst du mehr im Produktivitätswahn als ich 🙂 Wann kam bei dir der Punkt, als du gemerkt hast, so geht es nicht mehr weiter? Danke, für deinen Kommentar :* ich hoffe wir setzen alle in Zukunft unsere Prioritäten bewusster 🙂

  4. Hallo Berna,

    als ich deine Zeilen gelesen habe, ist mir deine Geschichte sehr bekannt vorgekommen. Ich vermute, dass alle strebsamen Menschen irgendwann genau an diesen Punkt gelangen – unsere heutige Gesellschaft drängt uns ja sozusagen schon von Anfang an in genau diese Richtung… Arbeiten gehen. Geld verdienen. Mehr arbeite. Mehr Geld verdienen… Einige gelangen an den (Wende)-Punkt und merken, dass sie sich in einem von der Gesellschaft geschaffenen Hamster-Rad befinden. Ihnen wird bewusst, dass ihre Zufriedenheit nicht mit ihrem Einkommen ansteigt und versuchen letztendlich aus dem Käfig, in den sie sich selbst gesteckt haben, auszubrechen. Viele jedoch kommen an den Punkt und merken nichts, gar nichts.

    Deswegen freut es mich sehr, dass Du zu den Wenigen gehörst, die den Punkt zum Einlenken bemerkt und genutzt haben.
    Das Geheimnis liegt, denke ich, in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Arbeit und dem Machen, was dich wirklich erfüllt.
    Das Beste ist natürlich, wenn deine Arbeit dich erfüllt und Du dafür brennst, dann verflüchtigt sich das Problem nämlich ganz von selbst.
    Du selbst hast es sehr schön in deinem Artikel beschrieben – dein Blogazine ist für Dich Erholung und doch irgendwie Arbeit 😉

    Höre einfach mehr auf das, was Du wirklich willst und setzte dann deine Prioritäten und Ziele.
    Es gibt nichts stärkeres als intrinsische Motivation!

    Ich wünsche Dir dabei ganz viel Erfolg 😉

    1. Hi Dominik,

      vielen Dank für deinen wundervollen Kommentar. Dem kann mich nur anschließen! So langsam habe ich mein Leben geordnet und es sieht wieder alles besser aus :). Dankeschön!

      LG
      Berna

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