Frische 14 und das erste Taschengeld wird sofort in billige Accessoires investiert. Je bunter und glitzernder, desto besser und stylischer fühlt man sich. Am besten denselben Schmuck innerhalb der Mädelsgruppe tragen, damit jeder natürlich sofort weiß: „Wir gehören zusammen!“. Erkennt schon jemand sein 14-jähriges-Ich?

Die Zeiten in denen wir Ohrringe, Ketten, Ringe und Armbänder am besten alle gleichzeitig getragen haben, sind vorbei. Obwohl das eine schöne Zeit war, sind wir jetzt auch froh unsere Zeit nicht mehr in dem Schmuckladen mit den drei Buchstaben zu verbringen. (Oh ja, ihr wisst was wir meinen 😉 )

Je älter wir werden, desto weniger Schmuck tragen wir, was Schade ist. Eine Kette oder ein Ring kann ein Outfit immer noch das gewisse Etwas geben. Mit dieser Tatsache im Hinterkopf kaufen wir immer noch regelmäßig Accessoires ein. Doch nach zweimal tragen, landen diese in irgendeiner Kiste und kommen immer seltener zum Tragen raus. Ein Teufelskreis und irgendwann wollen wir die ganzen billigen Schmuckstücke nicht mehr sehen. Wir beginnen so langsam mehr in hochwertige Stücke zu investieren. Die ersten Uhren aus dem High-End-Bereich ziehen ein und in den ersten Goldschmuck wird so langsam investiert. (Hallo, an unser 11-jähriges-Ich, dass den von Mama sorgfältig ausgesuchten goldenen Ohrstecker gehasst hat.)

© Aynur Teyin All rights reserved

Und diese Entwicklung ist auch gut so. Lieber haben wir weniger von dem, was uns wirklich gefällt und das einen besonderen Platz in unserem Schmuckkästchen hat, als die 100 mal ineinander geratenen Kettchen, die wir für paar Euro durch eine Laune heraus mit an die Kasse genommen haben.
Seit einigen Jahren bewundern wir die wunderschönen Werke einer tollen Schmuckdesignerin. Über Instagram lässt sie in ihr Leben als Designerin und Studentin Einblicken. Ja, man kann sogar verfolgen in wie vielen Phasen die Herstellung von einem Schmuckstück eingeteilt ist. Und wenn alles vollbracht ist, kann man die tollen Stücke in ihrem Feed und ihrem Online-Shop bewundern.
Als sie die Aquamarine Ringe gepostet hat, ist es dann wirklich restlos um uns geschehen. Wir wollten die Ringe. Wir wollten ein Interview mit Aynur. Nun haben wir die Ringe und das Interview, aber dabei bleibt es nicht 😉 wir haben noch eine kleine Überraschung für euch. Aber zuerst lernen wir ein wenig Aynur kennen.

Aynur studiert Schmuck und Objekte der Alltagskultur an der Hochschule Pforzheim. Sie ist 26 Jahre alt und hat einen Online-Shop, wo sie ihre kleinen Kunstwerke verkauft.

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Was war dein erstes Schmuckstück das du kreiert hast?
Mein erstes Schmuckstück war die Okra Dame. Das Thema war damals ‚Im Wandel‘ . Dabei beschäftigte ich mich mit (Sur)Realismus und nahm Gemüse und Früchte als Inspiration. Das witzige war, das Okra Schoten öfters daheim zum Abendessen gab (Bamya), was ich noch nie probiert habe. Durch das Projekt liebe ich die Kette und nun auch Okra Eintöpfe. 😃

Was trägst du am liebsten?
Am Anfang meiner Ausbildung, trug ich ganz viel Schmuck, was sich mittlerweile geändert hat.  Ich trage einen gehämmerten Silberring seit 3 Jahren tagtäglich. Von meiner Lieben Kommilitonin Laura Stachon Jewellery habe ich Creolen gekauft, die mich nun auch jeden Tag begleiten.

Welche Materialien bevorzugst du?
Überwiegend arbeite ich mit Sterling Silber. Es ist einfach super geschmeidig und die Investition lohnt sich, weil man diese tollen Stücke ein Leben lang mit sich hat/trägt. Mit Echt Gold habe ich auch schon ein paar Erfahrungen gesammelt, da darf aber wirklich nichts schief gehen. (lacht)

Wo und wann hast du dein Talent und Liebe zum Schmuckdesign entwickelt?
Als Kind malte ich schon sehr gerne, eigentlich wollte ich Astronautin werden, dann mal Meeresbiologin oder Tierärztin.
Ich lernte per Zufall eine Bekannte kennen, die Schmuckdesign lernte und durch ein Mini Smalltalk war ich so fasziniert und dachte „DAS IST ES!“. Letztendlich absolvierte ich eine Ausbildung als Kauffrau für Bürokommunikation. Ich dachte mir „ist was Sicheres, damit kannst du nichts falsch machen!“. Und nach meiner Ausbildung ging es dann los. 😊

Ist es schwer sich gegen die großen Hersteller zu behaupten? Was macht dich einzigartig?
Es ist definitiv schwer sich gegen die Konkurrenz bzw. großen Hersteller zu behaupten. Wir kennen das alle: Man läuft in den Shop und sämtliche Outfits sind griffbereit sowie der passende Schmuck dazu.

Was meine Arbeit und mich einzigartig macht ist, dass ich sehr individuelle Schmuckstücke designe und jedes Stück ist ein Unikat. Durch das TRAGEN des Schmuckes bekommt es einen persönlichen Background. Und jede Macke und Delle macht dieses Stück zu was besonderem, da man es mit verschiedenen Ereignissen verbinden kann.

Welchen Schmuck zu welchem Anlass. Tipps? 
Ich persönlich bevorzuge weniger Schmuck nach dem Motto „weniger ist mehr“, aber manchmal ist es eine Typ Sache.
Ich bewundere Menschen die große auffällige Schmuckstücke tragen und es schon ein persönliches Merkmal geworden ist. Wie zum Beispiel Iris Apfel (an dieser Stelle eine kleine Anmerkung vom Oh Team. Die Netflix Doku über Iris Apfel ist eine klare Empfehlung, so eine tolle Frau)

Was hat dich dazu gebracht, selbständig zu werden?
Das war eine spontane Idee: Als ich bemerkt habe, dass Menschen meine Stücke als schön empfinden und meine Arbeit unterstützen wollten, habe ich diesen Schritt gewagt. Es war eine Herausforderung das Studium und die Selbstständigkeit unter einem Hut zu bringen, aber es hat sich gelohnt, da ich mich dadurch verwirklichen kann.

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Erzähl uns was über dein Studiengang.
Mein Studiengang heißt SOdA (= Schmuck und Objekte der Alltagskultur), ich bin jetzt fast am Ende des zweiten Semesters und der Studiengang gefällt mir sehr gut. Die Kurse sind sehr spannend, zb. habe ich CAD Vorlesung wo ich das Zusammenbauen von Ringen am PC lerne. Die Ringe werden anschließend in 3D gedruckt. Das erleichtert einiges, wenn man zum Bsp. Ringe produzieren möchte und verschiedene Größen braucht, bekommt man das mit ein paar Klicks hin. Ich sehe das Studium als eine Vertiefung meiner ersten Ausbildung. Und ich bin darauf gespannt wie es danach weitergeht. 🙂

Was empfiehlst du Newcomern in der Schmuckbranche?
Man sollte sehr viel Motivation mitbringen, offen für ALLES sein, sowie Experimentierfreudigkeit und natürlich Bodenständigkeit.

Wenn du ein Schmuckstück sein könntest, welches wärst du?
Ich wäre gerne ein Ring der Etrusker. Die Etrusker waren Meister in Schmuckverzierung und arbeiteten mit Goldkügelchen (0,04 mm) also winzige Kügelchen die dann liebevoll auf Ringe, Broschen darauf gelötet wurden.  Oder die Fussel Brosche von Peter Bauhuis (i love this one) die möchte ich mir irgendwann auf jeden Fall kaufen. 😊

Wir sind so verliebt in Aynurs Schmuck. Genauso wie ihr Schmuck, ist Aynur selber ein Schmuckstück.

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Wir haben uns jetzt vorgenommen mehr in kleine independent Schmuck-Designer zu investieren. Ja, der Reiz ist groß bei den großen Modeketten einfach mal paar Ohrringe mit an die Kasse mitzunehmen. Aber mit Schmuck verbindet man doch so viel Liebe und Persönlichkeit. Nicht umsonst ist ein Ring, das Symbol einer Ehe und genauso wichtig ist auch die Herkunft eines Schmuckstückes. Jeder Designer steckt seine Persönlichkeit und Kreativität in ein einzelnes Schmuckstück und es ist ein schönes Gefühl, die Arbeit die dahinter steckt zu sehen. Uns ist es wichtig einen persönlichen Draht zu Friseuren und zum Tätowierer zu haben. Wieso nicht auch bei Schmuck?

 

 

 

Diese Ringe sind für uns auf vielerlei Hinsicht wichtig und daher haben wir uns kurzerhand entschlossen einen Aquamarine Ring zu verlosen. Bis zum 11.06.2017 könnt ihr an unserem Gewinnspiel teilnehmen. Mehr Infos bekommst du hier.

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