Wenn man in einer kreativen Branche arbeitet, hat man das Glück, viele verschiedene und inspirierende Menschen kennenzulernen. Während meiner Zeit in Hamburg habe ich kurz Imad kennengelernt und mir sind gleich seine Pullover mit einem gewissen Aufdruck aufgefallen. Was das Besondere an Imad ist? Er hat ein eigenes Modelabel gegründet und die Pullis, die er trägt hat er selbst hergestellt. Sein Label Habibi, hat eine besondere Botschaft, aber was genau Habibi ist und wie die Arbeit hinter einem eigenen Label aussieht, könnt ihr jetzt selbst lesen:

Lieber Imad, wer steckt hinter dem Team Habibi?

© Oguz Yilmaz All rights reserved

Im Habibi Team sind wir 5 Leute: Viola in der Produktion, Nadya im Einkauf, Alaa macht Finanz und Recht, Jessica und ich zusammen die Creative Direction, Strategie und das Marketing. Zusätzlich bin ich als Founder und CEO von Habibi auch das Teamlead.
Weiter haben wir einen großen Freundeskreis der immer und immer supportet: Thore macht neue Musik, Beats etc., Justus macht 3D Animationen und Kai zum Beispiel arbeitet an einer neuen AR Bestellfunktion. Und noch weitere talentierte Leute in unserem Kreis, jeder der Beste in seinem Fach, vereint um eine gemeinsame Vision sowie eine schöne Idee zu verbreiten.


Wie kam die Idee zu Habibi?

Ich hatte im Jahr 2016 mal ein T-Shirt gestaltet mit „Germany“ auf Arabisch. Damit habe ich ein Fotoshooting umgesetzt und fand, dass es cool aussah. Ich hatte im Bauchgefühl, dass arabische Schriftzüge etwas an sich haben, aber wusste nicht was ich damit machen soll. Als mein bester Freund Thore dann Geburtstag hatte, hab ich ihm mehrere Sweater gemacht mit einem anderen arabischen Schriftzug und zwar „Habibi“, denn er ist für mich ein Habibi. Als Thore dannnach dem er die Sachen getragen hatte, zu mir kam, erzählte er mir wie oft die Leute Feedback gegeben haben, sogar dass eine Person gefragt hat ob er nun konvertiert ist. Und dann hat es klick gemacht und die Idee war da.

28 letters misread. Countries mistreated. A whole culture, misunderstood.


Wie lange arbeitest du schon an Habibi?

Ich hatte bereits im Jahr 2016 gestartet. Immer wieder, wenn ich Habibi getragen habe, wollten es Leute haben und ich hab mich sehr gefreut, das waren aber im kleineren Kreis. Also nicht wirklich groß wirtschaftlich gedacht, eher nebenbei als Fun-Projekt und Kommunikationsplattform. Es war ein toller Icebreaker und ein Gesprächsthema, wenn man Habibi anhatte. Das hat mir sehr bei meiner Haupt-Berufung als Creative geholfen. Da gab es vielleicht maximal 10 – 15 Bestellungen im Monat. Mittlerweile produzieren wir über 500 Habibis im Monat.
Als ich Jessica zwei Jahre später im Jahr 2018 kennen gelernt habe, hat sie das Potenial von Habibi erkannt. Das war unfassbar motivierend: zusammen haben wir dann gebraintstormed, was wir machen müssten, um Habibi wirtschaftlich größer zu ziehen. Daraus schrieb Jessica dann das Manifest. Das war das erste Mal, dass das Konzept schwarz auf weiß erklärt war. 


Der erste wirkliche Boom war im April, als Jessica im Flieger nach New York war. Dann hatte sie gesehen, dass Pascal Kerouche, einen Fotografen den wir schon seit mehr als 1,5 Jahre folgen auch in New York ist. Also schrieb sie ihm „Hey, cool, dass noch weitere Hamburger in New York sind.“ oder sowas ähnliches. Er antwortet direkt mit „Ich brauche Eure Sachen.“
Das war echt verrückt. Einen Künstler, den wir seit langer Zeit auf Instagram folgen, möchte auf einmal Habibi tragen. Daraufhin haben mein Vater und ich eine Kiste gebaut, mit ganz vielen Habibis drin, diese habe ich zu Pascal gebracht – er ist ein mega sympathischer Typ. Am Tag darauf, hat er über sein Instagram mehrere Storys gemacht und hat kurz Habibi vorgestellt. Innerhalb von 48h gab es über hundert Bestellungen. Dank Pascal konnten wir so noch mehr Leute kennenlernen.
Seit dem ist es ein Lauffeuer und wir geben jeden Tag Gas, dass das Feuer größer ist und länger hält.


Wer ist deine Inspiration aus der Modewelt oder aus dem alltäglichen Leben?

Wir sind selbst Kreative und kommen alle aus Werbeagenturen oder dem Kunstbereich. Wir werden tagtäglich durch die kleinsten Dinge im Alltag inspiriert. Ob es kleine Dialoge sind, die man mithört, Kunstausstellungen, Researches etc., wir hinterfragen viel und darauf kommen wir zu verschiedensten Antworten.


Was denkst du über das Thema Nachhaltigkeit in der Modebranche?

Ja, uns ist es wichtig, dass unsere Lieferanten auch alle zertifiziert aus nachhaltige Produktionen sind. Die komplette Verarbeitung ist dann in Deutschland: verarbeiten, besticken, kontrollieren und versenden. Wir testen grade unfassbar viele neue Materialien die 100 % nachhaltig sind, da wir im Jahr 2020 uns als Ziel festgesetzt haben so gut es geht nachhaltige Produkte anzubieten.


Beschreibe die Marke Habibi in drei Worten?

Ästhetik, Mut und Open-Mindset.

Welchen Tipp, könnt ihr an andere junge Label Gründer geben?

Niemals aufgeben und immer weiter pushen.
Ich selbst hatte schon etliche Projekte gestartet, die aber nie den Sprung erreicht haben, auf meinem Portfolio habe ich auch eine Kategorie, die nennt sich „Failed Projects“, da schaue ich selbst auch immer wieder rein, es ist motivierend und man lernt von jedem Projekt. Denn jedes „Failed Projekt“ ist ein erfolgreiches Projekt. Hört sich cheesy an, ist aber Fakt. Und wir sind bei Habibi erst nur am Anfang. Unsere Vision ist groß.

Wie wählt ihr eure Materialien aus?


Es ist tatsächlich ein super aufwendiger Schritt Materialien für neue Kollektionen raus zu suchen. Wir haben vor unseren Hoodies ca. 20 verschiedene Hoodies getestet, über Wochen und Monate. Und unsere derzeitigen Habibi Classics sind einfach die Besten von all den getesteten Produkten. Uns ist die Qualität super wichtig, es soll sich Premium anfühlen und soll kein Merchandise Produkt sein.

© Habibi All rights reserved

Was ist dein liebstes Teil, aus der Habibi Kollektion? 

Mein persönlicher Liebling ist der Weiße Hoodie mit einem Habibi Rot Stick in XL, obwohl ich L trage. Ich mag es gerne, wenn das Kleidungsstück etwas größer ist, oversized Habibis. 🙂


Was wollt ihr mit euerer Marke erreichen?

Unsere Vision ist es, durch die liebevolle Botschaft „Habibi“ eine vermeintliche Bedrohlichkeit oder ein bestehendes Misstrauen welches arabische Schrift zum Teil in der Welt auslöst, entgegenzuwirken – durch Ideen, Designs und Kunst.

„Spread a sweat message to fight a bitter misconception.“

Danke an Imad, für dieses Interview. Mode ist was sehr Spannendes und immer im Wandel. Man kann mit ein wenig Stoff, so viel Ausdrucken und Habibi hat das erkannt und wundervoll genutzt.

Wir hoffen der kleine Einblick hinter Habibi Clothing hat euch gefallen und wenn ihr mehr wissen wollt dann checkt die Webseite und Instagram aus 🙂

*Werbung da Verlinkung und Markierung

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