Seit kurzem mache ich mir viele Gedanken über mich und mein Leben. Wer ich bin und warum ich das tue, was ich tue. Geschehnisse, die in der Vergangenheit  liegen aber auch Dinge, die vor kurzem passiert sind. Meine rebellischen Teenager-Jahre oder die Zeit, in der ich mich total erwachsen gefühlt habe, aber dennoch nicht reif genug war, um die Situationen abzuschätzen. Aber rückblickend denke ich mir, wann ist man denn je soweit?
Die vergeblichen Versuche mich der Welt zu erklären, die leider meist schiefgelaufen sind, kommen auch dazu. Viele haben meine Art nicht verstanden und ich muss gestehen, so ganz habe ich mich auch nie verstanden.

Ich war und bin es vielleicht noch, schwierig.

Schwierig, sogar ein wenig theatralisch und dramatisch. Obwohl ich stets ein Lächeln im Gesicht hatte und immer versucht habe Menschen zum Lachen zu bringen. Auf keinen Fall wollte ich, dass man mich als schwach anerkennt oder meine verletzliche Seite sieht.  Okay zugegeben, das Resting-Bitch-Face-Syndrom hat mich natürlich auch ab und zu begleitet, aber die andere Seite war dann doch stärker. Die Seite, die ich eigentlich immer vermeiden wollte. Denn diese Seite, habe ich immer den falschen Menschen gezeigt und mich jedes mal in eine Lage gebracht, die am Ende nur mir geschadet hat…

Ich versuche soweit es geht Auseinandersetzungen und Konfrontationen aus dem Weg zu gehen. Ich will sowas nicht an mich heranlassen und versuche immer die Kontrolle zu behalten. Ich finde es anstrengend und es belastet mich am Ende mehr, als das es was gebracht hat. Selbst wenn ich Fehltritte anderer spüre, versuche ich im Nachhinein, dass zu übersehen, anstatt darüber ausführlich zu sprechen. Und es zerfrisst mich meistens dann innerlich, sodass ich die Gedanken nicht los werde.
Dennoch tue ich in der Gegenwart dieser Personen so, als ob nichts wäre. Manche möchten jetzt meinen, dass ich unehrlich bin. Na, wenn schon! Dann sind wir wohl alle unehrlich, oder? Man kann es nennen, wie man will, aber ich versuche nur mich selbst zu schützen. Jedoch merke ich, dass es einfach nichts bringt. Das ich es am Ende bin, die nicht ehrlich zu sich selbst ist.

Liebes Ich, wir müssen reden…

Ich bin wütend. Ich habe es satt, die Frau zu sein die immer freundlich und nett gegenüber anderen ist. Mich in einem Dauerzustand zu befinden, indem ich mich für etwas entschuldige, dass überhaupt nicht meine Verantwortung trägt. Schuldgefühle zu tragen. Ich habe es satt, ständig für alle und alles ansprechbar zu sein. Erst nachdem man mehrere Male auf mir herumgetrampelt hat, kann ich es nicht mehr in mir halten und lasse meine Gefühle raus. Und diese Gefühle sind zu diesem Zeitpunkt ein Wrack. Am Ende bin nämlich ich der Depp, der dasteht und alle sich fragen, wieso man es erst jetzt anspricht.

Und nicht weil ich das netteste Mädchen von nebenan  spielen wollte oder bin. Nein, ganz und gar nicht.
Es gibt viele Momente in meinem Leben, die ich im Nachhinein vermeiden hätte sollen. Die dadurch entstanden sind, dass ich einfach mal nicht die Klappe aufgemacht habe und am Ende dann doch geplatzt bin. Die ich immer wieder im Kopf Review passiere und Argumentationen neu erfinde, wie es denn hätte sein sollen, falls ich es doch anders formuliert hätte. Denn die Worte, die aus meinem Mund rausgekommen sind, bleiben am Ende das was mich reflektiert. Ein Bild hinterlässt, dass nicht wahrhaftig ich bin.

Dieses Bild erlaubt jenen über mich eine Meinung zu  bilden. Denn ob man es will oder nicht, die Menschen urteilen gerne und sie haben keine Scheu darüber zu reden. Ich bin mir dessen bewusst, dass ich manchmal sehr schwierig sein kann. Denn wenn der Punkt kommt, dann sage ich Sachen, die ich möglicherweise überhaupt nicht so meine. Ich bin auch nur ein Mensch und habe meine Macken.

Aber wie soll ich damit umgehen? Gibt es denn eine Möglichkeit, von heute auf morgen sein Verhalten zu ändern und das dem Umfeld auch klarzumachen?
Natürlich entwickelt man sich mit jedem weiteren Lebensjahr. Ich bin ganz sicher nicht mehr die Person, die ich mit 18 oder 20 war. Das gehört auch dazu, dass man aus seinen Fehlern lernt und an seinen richtigen Entscheidungen wächst.
Aber irgendwie hab ich das Gefühl noch nicht da angekommen zu sein, wo ich es gerne hätte. Deshalb habe ich mir einfach einige Regeln aufgestellt. Denn ich denke jetzt nur noch an das wichtigste. Und das bin Ich.

How to to change my mind

  • Wenn mir etwas nicht passt, dann spreche ich es sofort an. Am Ende vermeide ich auch die Gefahr einer Explosion, die geben wir mal zu, unvorteilhaft für mich endet.
  • Versuchen Konflikte auszuhalten! Denn  Harmonie hin oder her, manche Konflikte sind notwendig.
  • Schluss mit rechtfertigen.
  • Lernen nein zu sagen!
  • Dessen bewusst sein, dass man keinem sich erklären muss oder jemandem Rechenschaft schuldig ist.

 

Ich denke, dass ich mich so langsam von dieser Person verabschieden sollte. Von der Person, die immer wieder versucht hat, es allen Recht zu machen und alles harmonisch zu belassen. Und ich schäme mich keineswegs für meine Vergangenheit, meine Taten und meine Art. Es ist mein Entwicklungsprozess, sage ich jetzt so schön.

Wenn jemand mich nicht mag, dann ist es sein Verlust. Denn ich werde es einfach nicht mehr tolerieren, dass man mich respektlos behandelt oder zugunsten meiner Person alles tut und lässt. Ich werde aufhören ständig das Gute in einer Person zu suchen – denn mal ehrlich – nicht jeder hat was Gutes in sich. Die Taten sprechen für sich. Einfach mal „Nein.“ sagen und sich nicht mehr dafür entschuldigen, um eine Situation zu retten. Auch mal das Arschloch zu sein, denn so schlimm ist es ja am Ende dann doch nicht.

Vielleicht sitze ich in 5 Jahren wieder in einem Zug und grübel über mein Leben, meine Entscheidungen und habe was ganz anderes zu erzählen. Wer weiß? 🙂

4 Kommentare

  1. Liebe Berna,

    sehr offen und ehrlich geschrieben und das ist „GUT“ so!
    Du kommst langsam aber sicher bei dir an, ist ein langer Prozess, Geduld. Aber es gibt Menschen die es nie tun oder ansatzweise „bei sich“ sind. Genau diese machen uns das Leben schwer…

    Wünsche dir schöne Begegnungen mit Dir

    Bini

    1. Liebe Bini,

      ich danke dir für deinen Kommentar. Ja, du hast recht. Es wird ein langer Prozess, aber ich denke ich bin auf dem guten Weg 🙂

      Dankeschön!
      Berna

    1. Liebe Esra,

      leider ist das so. Vielleicht muss man wirklich erst die Erfahrungen machen um dann endlich selbstbewusster zu werden. 🙂
      Vielen Dank für dein Kommentar.

      Liebe Grüße aus Stuttgart
      Berna

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