Natürlich will jeder einen Umweg vermeiden. Ein Umweg wird oft als negativ betrachtet, weil es bedeutet, dass du dich getäuscht hast und auf eine Art gescheitert bist. Weil wenn du auf dem richtigen Weg wärst, würdest du nicht freiwillig einen Umweg machen. Der Mensch ist von Natur aus faul und verlässt nur ungern seine gemütliche und gewohnte Zone. Ein Umweg zu gehen erfordert Arbeit und du musst dich von neu orientieren. Doch in Wirklichkeit verbirgt ein Umweg vieles, was du auf „direktem Wege“ nicht erleben würdest. Niemand scheitert gerne. Scheitern ist unangenehm und es zeigt, dass etwas, was du wie immer gemacht hast, nicht mehr funktioniert. Du wirst gezwungen dich mit der Realität zu befassen, dass du etwas falsch machst. Das, was du aber nicht sehen willst, ist dass ein gerader Weg auch seine Kehrseiten besitzt. Menschen, die einen geraden Weg von Schule, Ausbildung und zum Berufsleben machen, haben es unheimlich schwer nach einem Scheitern wieder aufzustehen, weil sie nie gelernt haben, wie man scheitert und wieder aufsteht. Das Lernen geht auch meistens nur in die Breite und nicht in die Tiefe.

In unserer heutigen Zeit eignen sich die Leute meistens nur Wissen, welches in die Breite geht. Es ist aber kaum eine Verinnerlichung an Wissen. Wenn du scheiterst wirst du bescheiden und wirst wachgerüttelt. Denn davor lebst du im Modus Autopilot, also unbewusst. Nur wenn ein Mensch scheitert, befasst er sich mit der Realität und wird gezwungen bewusst zu leben. Du befindest dich in der Sackgasse und musst dir eingestehen: „Es funktioniert so nicht mehr.“ Du musst dich selbst und dein Handeln reflektieren. Und dazu gehört eine bewusste Handlung und Selbstreflexion. Du musst dich selbst reflektieren, um aus den Fehlern zu lernen. Du ziehst eine Erkenntnis aus der erlebten Sache. Nur so lernst du in die „Tiefe“, weil es dich prägt. Wenn du dich nach dem Eingeständnis umlenkst und dich für einen Umweg entscheidest, zeigt dass, das du ehrlich zu dir bist. Du bist mutig genug deine Komfortzone zu verlassen und diese zu erweitern. Denn wenn du immer nur das tust, was du schon kannst, gibt es kein Wachstum und du limitierst dich.

Ceyda Özogul © Oh Zone All rights reserved

Durch einen Umweg hast du die Chance limitierende Glaubenssätze zu durchbrechen und dich wirklich kennen zu lernen. Im Umfeld gibt es immer Menschen, die dir erzählen, wer du bist und was du kannst. Doch das ist meistens nur die halbe Wahrheit. In solchen Stressmomenten merkst du eigentlich, dass vieles nur ein Glaubenssatz war und nicht die Realität. Es ist auch eine Gelegenheit, um dich selber auszuprobieren. Du kannst schauen, was du noch so alles kannst. Weil meistens grenzt du dich selbst ein und du wagst es nicht dich auszuprobieren. Für ein Wachstum braucht es immer einen gewissen Grad an Stress. Du hast die Chance zu sehen, was alles in dir steckt. Du entdeckst Seiten an dir, die du im gemütlichen Zustand nie entdecken würdest. Den Prozess zu lieben, darauf kommt es an.

In unserer Zeit kann man alles schnell bekommen, deshalb sind wir auch sehr ungeduldig und schätzen den Prozess und die Entwicklung nur gering. Und falls du dich wieder täuschst, sind das Erfahrungen mit denen du dein Leben besser gestalten kannst. Du bekommst nach der Zeit ein Gefühl dafür, was funktioniert und was nicht. Du lernst dich besser kennen und du kannst viel gezielter und sicherer Entscheidungen treffen. Aber das wichtige daran ist, dir  diese Chance und Möglichkeit zu geben dich besser kennen zu lernen und neues auszuprobieren. Nur so kannst du die Erkenntnis machen und später wirst du weniger zu bereuen haben.

Wir danken der lieben Ceyda, für diesen tollen und mitreisenden Artikel. Wer mehr von ihr lesen möchte, hier geht es zu ihrem Blog entlang. Hast du auch einen Artikel, den du gerne auf Oh Zone veröffentlichen möchtest? Schick uns deinen Artikel an contact@oh-zone.de